Kleinwaffen – Massenvernichtungswaffen
des 21. Jahrhunderts

95 von 100 Kriegsopfern werden durch Kleinwaffen getötet. Der ehemalige UN-Generalsekretär, Ban Ki-moon, bezeichnete Kleinwaffen als »Massenvernichtungswaffen des 21. Jahrhunderts«. Deutschland ist einer der größten Hersteller und Exporteure von Kleinwaffen und Munition.1

Weltweit 1 Milliarde Kleinwaffen im Umlauf

Knapp eine Milliarde Kleinwaffen sind weltweit im Umlauf2. Deutschland hat im Jahr 2016 Kleinwaffen im Wert von 47 Millionen Euro exportiert. Mehr als ein Drittel davon geht in Länder außerhalb der NATO und der EU – viele davon liegen in Kriegs- und Krisengebieten. Auch Munition wird von deutschen Herstellern in großem Umfang exportiert. In den ersten vier Monaten des Jahres 2017 wurden von der Bundesregierung fast viermal mehr Munitionsexporte für Kleinwaffen genehmigt als im Jahr zuvor. Allein in den Irak gingen 2016 fast 20 Millionen Schuss Munition.3

In allen Konflikten: deutsche Kleinwaffen

Kleinwaffen sind stabil und langlebig: Pistolen und Gewehre können bis zu 50 Jahre lang eingesetzt werden. Es ist leicht, sie zu verstecken und zu schmuggeln. So finden Waffen, die vor Jahrzehnten vielleicht legal exportiert wurden, ihren Weg zu Kriminellen, Privatarmeen und Terrorgruppen. Der sogenannte Islamische Staat etwa kämpft auch mit deutschen Waffen: mit G3- und G36-Sturmgewehren von Heckler & Koch, MG3 Maschinengewehren von Rheinmetall, Walther KKJ-Gewehren und Walther P99-Pistolen von Carl Walther.4

Illegale Geschäfte

Wie viele Kleinwaffen illegal ausgeführt wurden, ist unklar. Die Staatsanwaltschaften Kiel und Stuttgart ermitteln zurzeit gegen die Pistolenhersteller Sig-Sauer und Walther wegen des Verdachts, illegal Pistolen nach Kolumbien geliefert zu haben. Im Falle von Sig-Sauer geht es um bis zu 300.000 Pistolen.5

Quellen:

  1. Small Arms Survey: http://www.smallarmssurvey.org/
  2. Small Arms Survey: http://www.smallarmssurvey.org/ und SIPRI: https://www.sipri.org
  3. Rüstungsexportbericht der Bundesregierung 2016; Zwischenbericht für die ersten vier Monate 2017
  4. Amnesty International: Taking Stock: The arming of Islamic State, Dezember 2015
  5. Studie »Kleinwaffen in Kinderhänden – Deutsche Rüstungsexporte und Kindersoldaten«, terre des hommes et.al., 2017

terre des hommes fordert:
Stopp Waffenexporte!

Stopp aller Exporte von Kleinwaffen und Munition.

Stopp aller Waffenexporte in Länder mit schweren Menschenrechtsverletzungen.
Stopp aller Waffenexporte in Länder, in denen Kinder als Soldaten ausgebeutet werden.

Keine Waffenexporte in Länder mit bewaffneten Konflikten.

Keine Lizenzvergaben an andere Staaten zum Nachbau deutscher Waffen und Munition.

Keine Steuergelder für Waffenexporte: Keine Absicherung von Rüstungsgeschäften durch staatliche Bürgschaften.

terre des hommes fordert eine grundlegende Gesetzesreform und ein strenges Rüstungsexportgesetz: klare, rechtlich verbindliche und einklagbare Kriterien gegen Waffenexporte. Das Rüstungsexportgesetz muss auch für Sport- und Jagdgewehre, Pistolen, Handgranaten und Munition gelten. Alle Exporte müssen im Rüstungsexportbericht der Bundesregierung offengelegt werden. Das Klagerecht gegen die Genehmigung von Waffenexporten muss auch für Verbände und Opfer gelten. NATO- und EU-Staaten dürfen keine Ausnahmebehandlung erfahren. Kontrollen über den endgültigen Verbleib von Waffen müssen verpflichtend sein, um den illegalen Weiterverkauf zu erschweren.

JETZT AKTIV WERDEN!